Am südwestlichen Zipfel, 14.11.25

Es kommt die Unwetterfront und wir verlassen nach dreieinhalb Wochen die liebgewonnene Orangenfarm, um auf der nächsten Orangenfarm wieder unser Glück bzw. weitere Orangen zu suchen. Starke Regenfälle, Gewitter und Sturmböen haben in Teilen Portugals erhebliche Schäden angerichtet, zum Glück bleiben wir davon verschont. Auch wenn sich besonders nachts der herunterprasselnde Regen auf dem Wohnwagendach wie ein Trommelstakkato anhört, so ist doch bis auf ein paar nasse Klamotten alles heil geblieben.

Anders jedoch auf der neuen Farm, die wir im Landesinneren ca. 30 km von uns entfernt gefunden haben. Dort hat der vorüberziehende Sturm für einen kompletten aus Ausfall der Stromversorgung gesorgt, so dass diverse Infrastrukturelemente ausgefallen sind, was für uns einen sinnvollen Verbleib in Frage gestellt hat. Nachdem wir uns mit dem netten Pärchen, das uns empfangen hat, ausgetauscht hatten, entschieden wir, dass es mehr Sinn macht, weiter zu fahren und den Arbeitseinsatz auf der Farm auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn die Versorgung mit Strom, Warmwasser etc. wieder gewährleistet ist.

Unser Flow bringt uns also am Ende des Tages nach Sagres auf den dortigen Campingplatz, wo wir umgeben von Matsch, großen Wasserpfützen aber auch ein paar unverwüstlichen anderen Campern einen gemütlichen Platz finden, weiterhin begleitet von einem wuchtigen Wind- und Regenorchester, welches meint, besonders stark auf die Pauke hauen zu müssen. 

So heißt uns der südwestlichste Zipfel des europäischen Festlands mit dem Leuchtturm Cabo de Sao Vicente mit der Kraft seiner Rauheit, seinen Naturgewalten und einer weiten Schönheit willkommen. Tobt das Unwetter die ganze Nacht durch, bricht doch am kommenden Tag die Sonne durch, Wolken und ein aufbrausender Ozean zeugen noch von den Unruhen der vergangenen Stunden und der durchgehende schneidende Windlässt sich dem Wetter alle Perspektiven offen, ob es nochmals aufbrausen oder sich doch lieber erstmal wieder beruhigen möchte.


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