Portugal 2026 work & travel
Familientreffen, 07.06.26
Als hätten Grenzen keinerlei Bedeutung, weil sie doch nur willkürlich gezogene Linien auf einer großen Weltkarte sind, scheint es.
Frei nach dem Motto: „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg“ scheinen wir in neuen Freiheiten Begegnungen zu kreieren.
So üben wir uns in Gelassenheit und Ruhe, an einem so schönen ruhigen und gelassenen Platz wie unserem hier.
Nur weil sich die Sonne in einem prächtigen Farbspiel in ihr nächtliches Domizil zurückzieht, um den funkelnden Sternengeschwistern das Feld des Himmels zu überlassen, heißt es noch lange nicht, dass auch nächtliche Stille einkehrt.
Am Jahrestag der Portugiesischen Nelkenrevolution – Originalton eines Portugiesen: „Mit Blumen! Was soll das für eine Revolution sein?!“ – hatten wir zu viert (eigentlich zu fünft, Klein-Tas im Kofferraum mitgerechnet) eine Team-Building-Maßnahme in dem 31 Jahre alten neu erworbenen Seat Marbella: Marktbesuch in Brunheiras.
Begegnungsstätte, Startpunkt, Zwischenstation, Ruhepol, das gemütliche Hostel Casa no Campo entlang des Fishermen’s Trail zwischen Porto Covo und Milfontes scheint genau der richtige Ort für uns für einen längeren Aufenthalt als bisher auf den Farmen.
Die vom Fado gern ausgehende Melancholie und Sehnsucht spiegelt vielleicht nicht nur bedingt die Notwendigkeit wider, offen zu sein und sich auf noch bevorstehende Prozesse einzulassen.
…wo der alte Pick-Up, der sein Kommen schon von Weitem klappernd ankündigt, hinter den Büschen auf dem Feldweg auftaucht, von dessen Ladepritsche zwei nicht ganz so kleine Hunde während der Fahrt halsbrecherisch herunterspringen, da sie Sheela doch sehr interessant finden, anschließend erstmal eine Standpauke über sich ergehen lassen müssen – auf Italienisch…
Die Temperaturen kämpfen sich Tag für Tag stetig nach oben, das Auto kämpft sich durch dutzende Schlaglöcher auf dem Zufahrtsweg zu unserem Grundstück, ich kämpfe mich Meter für Meter mit dem Rasentrimmer durch nach den Regenfällen oft hüfthohe Wiesen. Was sich vielleicht etwas drakonisch anhört geschieht jedoch in einer der friedvollsten Umgebungen, die man sich hier vorstellen kann.
Das langgezogene Tal zwischen Pedralva und Vilarinha bietet ausreichend Platz nicht nur für um diese Zeit grüne Hügel und furchendurchzogene Lehmstraßen, sondern auch für vereinzelte Quintas, wie so oft in fester Expet-Hand. Mittlerweile kennen wir die Gegend zwischen Sagres und Aljezur gut und freuen uns, dass es uns in diese Community auf ein schönes Plätzchen geführt hat, betrieben von einem überaus netten und offenen dänischen Paar.
Wir haben kurzfristig für die eine an die Elsewhere-Zeit anschließende Woche, die noch frei war, bevor wir uns wieder südlich bewegen, einen Platz gesucht und eine Farm bei Carrascalinho gefunden, die von den verheerenden Unwettern im Januar stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist.mir