Eine Woche Carrascalinho, 15.03.26

Wir haben kurzfristig für die eine an die Elsewhere-Zeit anschließende Woche, die noch frei war, bevor wir uns wieder südlich bewegen, einen Platz gesucht und eine Farm bei Carrascalinho gefunden, die von den verheerenden Unwettern im Januar stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Das ungebändigte Regenwasser suchte sich seinen Weg durch die Wände oder durch das Dach, Feuchtigkeit, Schimmel und Schmutz dachten, sie hätten ein nettes Plätzchen zum sich Niederlassen gefunden, jedoch nicht mir unserer Tatkraft und Energie gerechnet. Innerhalb der wenigen Tage, die wir bleiben wollten, gelang es uns, das Haus wieder warm und angenehm bewohnbar zu machen, ob Wände entschimmeln, Wintergarten streichen, Zimmer reinigen, Vorhänge waschen oder Feuerholz sägen, nach einer Woche schienen die größten Folgen der wetterbedingten Katastrophe erfolgreich behoben. 

Da der Ort so weit im Offgrid liegt, dass es für unseren Wohnwagen unzumutbar gewesen wäre, die schlammzerfurchten Waldwege zu bewältigen, konnten wir in einem dazugehörigen Glashaus schlafen. Ich weiß nicht, wer schon tomaten- oder paprikagleich in einem Gewächshaus gewohnt hat, aber die kälte- oder hitzebedingten Unterschiede waren enorm. Schien die Sonne, wärmte der Glaskasten sich auf, nur um sich abends wieder rasch und tief abzukühlen, so dass wir uns außer mit einem überforderten Stromöfelchen mit Schlafsack plus Bettdecke plus Baumwolldecke plus Wollpullover behelfen mussten, um im Bett liegend nicht nur zu bibbern, sondern auch den wunderschönen Sternenhimmel durch das Glasdach bewundern zu können. Immerhin hatte die Outdoor-Dusche nicht nur ausreichend heißes Wasser zum wieder Aufwärmen, sondern auch eine atemberaubende Panorama-Weitsicht, sodass man während des Duschens den Atlantik am Horizont glitzern sehen konnte.


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