Saudade, 11.04.26

Die vom Fado gern ausgehende Melancholie und Sehnsucht spiegelt vielleicht nicht nur bedingt die Notwendigkeit wider, offen zu sein und sich auf noch bevorstehende Prozesse einzulassen. Auch wenn das Event der Fado-Night in der Fado- Bar in Lagos doch etwas zu wenig genuinen portugiesischen Espirito bereit hielt, die musikalische Virtuosität und Sangeskraft war beeindruckend, die stimm- und ausdrucksstarke Ana konnte schnell das Publikum auf ihre Seite ziehen.

 

Die gehörige Portion Saudade intus geht es etappenweise vorwärts in den Frühling hinein, Orte, Menschen, Geschichten kennenlernend, erfahrend, in Begegnungen lächelnd, fragend oder auch ratlos zurückbleibend, mag sich die portugiesische Seele inmitten all der Expats nicht gerade aufdrängen. Was beides jedoch mitträgt ist doch die sich wiederholende Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit, vielleicht auch Verbundenheit, Abschied, Neubeginn. Die Musik als Transporteur des Seelenzustands. Auch wenn sich manche Tage zu wiederholen scheinen, manche Arbeiten auch mal weniger fordernd und manche Vorüberhuschenden weniger mitschwingend sind, bleiben die besonderen Momente eben auch des gemeinschaftlichen Gedankens nicht aus, ob nun beim kollektiven Müllsammeln am Strand oder der gemeinsamen Straßen- (eigentlich Feldweg-) Reparatur, wo zusammen angepackt wird.

 

So sind die einzelnen Tage weiterhin Ostereiern gleich. Man freut sich darauf und sie schmecken gut. Man muss sie nur finden.


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