Als hätten Grenzen keinerlei Bedeutung, weil sie doch nur willkürlich gezogene Linien auf einer großen Weltkarte sind, scheint es.
Frei nach dem Motto: „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg“ scheinen wir in neuen Freiheiten Begegnungen zu kreieren. Voller Freude erwarteten wir als die angekündigten Besuche zunächst des einen Sohnes mit Freundin sowie des anderen Sohnes (und Freundin gedanklich mit dabei).
Ob aus China oder Ghana, über die Kontinente hinweg war es eben nicht Stuttgart, sondern das Casa und Umgebung, wo wir ein freudiges Wiedersehen feiern konnten. Und zum Feiern gab es genug, schließlich liegen drei unserer Geburtstage so eng beieinander, dass sie sich locker innerhalb von zwei Wochen feiern lassen.
War vieles doch schnell wieder vertraut und bekannt, so war es doch neu, die unterschiedlichen Perspektiven unter ganz anderen Vorzeichen zusammenzuführen, als das in einem soliden Stuttgarter Familienleben der Fall gewesen wäre.
Zukunftsplanung allerorten, mal konkreter, mal ungewisser, jeder für sich auf neuen Lebenspfaden, um sich eine kurz- und mittelfristige, oder aber auch langfristigere Zukunft aufzubauen. Irgendwie mutet es fast schon seltsam an, dass ausgerechnet die gesitteten und langsam in die Jahre kommenden Eltern (also wir) die Rolle einnehmen, die oft eher den Teens oder Twens zugedacht ist: Die ungewisseste Zukunftsperspektive.
Schön, den Prozess der Kinder auf diese Weise begleiten zu dürfen, bald wieder in räumlich größerer Entfernung über Grenzen hinweg und doch in Verbundenheit und gegenseitigem Vertrauen.
Ob Lissabon oder Stuttgart, Wege aus der Ferne kreuzen sich, verlaufen eine Zeitlang parallel und entfernen sich wieder voneinander, bleiben jedoch miteinander verbunden.
Es sind ja nur künstlich gezogene Linien auf einer großen Weltkarte.



Kommentar schreiben